Kaiserliche Kurz-Kritik, Januar 2008
Es sprach einst Erick Ribbeck:
Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.
Heute im Programm: ein Film, eine CD, ein Buch, und eine Serie, allesamt selbstverständlich gnadenlos objektiv bewertet.
I Am Legend: Tja, also da hätte der Bub sich schon mehr erwartet. Ein klimmziehender Schmidt Willy macht den Film auch nicht besser. Die Atmosphäre war zwar bisweilen ziemlich gut, aber nicht zuletzt aufgrund der mehr als faden letzten Viertelstunde war der Gesamteindruck eher mäßig. Ich bin mal wieder unterwältigt. Positiv werden vermerkt: das langsam verwildernde, menschenleere New York; der tolle Hund; die Löwenbabies.
Gibt insgesamt 3 trashige Digitalzombies von 5.
12 Songs: Seit langer, langer Weile mal wieder ein Album das ich auf altmodische Weise beim Musikhandlanger meines Vertrauens erstanden habe. Und die Scheibe ist auch jeden Pfennig wert. Auch wenn der Diamond Neil manchmal schon arg dick aufträgt, unterm Strich ist das eine wahnsinnig schöne, ruhige Platte. Der Stimme von dem Schmachtfetzen könnte ich stundenlang zuhören. Leider dauern die paradoxerweise 14 Songs zusammen nicht ganz eine Stunde, was sie für eine Fahrt von Haunersdorf nach Regensburg ziemlich genau einen Song zu kurz macht.
5 Slidegitarrensolos von 5.
The Name of the Wind: Ein klassischer Fantasyroman eines Menschen namens Rothfuss. Barbara hat ja vor einiger Zeit bereits ein paar Worte dazu verloren. Dem habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen. Durchgehend unterhaltsam geschrieben, und ohne Zweifel das schönste Buch dieser Art das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Bedingungslose Empfehlung. Random Fact: Zwar bin ich grundsätzlich ein großer Fan von Hardcover-Ausgaben, allerdings habe ich diesmal zum Softcover gegriffen. Nicht weils bililger war, sondern weil darauf das Cape flattert. Mein Gott, wenn die Leute wüßten was sie an mir Geld verdienen könnten...
5 sympathische Protagonisten von 5.
Deadwood: Uiuiui, die Serie ist ja mal übel gut gemacht. Schauspieler durch die Bank exzellent, interessante Charaktere, unglaublich fesselnde Atmosphäre, gut gemachte Story - was will man mehr? Erstaunlich dabei ist, daß die Serie hervorragend mit einem Minimalstanteil an Action auskommt, was man von einem späten Wildwest-Setting nicht unbedingt erwartet hätte. Wem heftiges Fluchen nichts ausmacht dem sei die Serie hiermit ans Herz gelegt. Erwähnt werden sollte noch, daß die Serie im Original bisweilen extrem schwer zu verstehen ist. Wer damit nicht zurecht kommt möge bitte auf Untertitel zurückgreifen, da die deutsche Synchronisation das faszinierende Sprach- und Dialektwirrwarr der Serie nicht annähernd wiedergeben kann. Davon abgesehen sind manche der deutschen Sprecher meiner Ansicht nach fehlbesetzt.
5 Geschlechtskrankheiten von 5.

1 Comments:
Ich möchte nur zu "I am Legend" vermerken, dass von meinem Standpunkt aus ein klimmziehender Herr Schmidt in vorliegendem Fall - nämlich ohne Oberhemd - dem Film durchaus gewisse Qualität verleiht! ;-)
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