Sonntag, Mai 13, 2007

Licht ins Dunkel

Ich werde ja oft gefragt, "Kaiser", werde ich oft gefragt, "wie kommst du eigentlich immer auf den ganzen Schmarrn den du dauernd verzapfst?". Da ich immer nur betonen kann, daß ich das selber nicht weiß, und alles liebend gerne auf die Eingebung eines Gottes mit schlechtem Sinn für Humor schiebe, konnte ich das bisher wohl nie zufriedenstellend beantworten. Seit heute habe ich einen weiteren Erklärungsversuch: Die Krissi ist schuld. Halt, Moment, nein, nicht ganz. Der Typ nach dem das Gymnasium das die Krissi besucht hat benannt ist, ist schuld. Auch nicht. Aber es hat zumindest was mit den Gesetzen zu tun, die jener Herr Gregor M. aufgestellt hat. Der überdurchschnittlich gebildete Leser weiß, daß ich also meinem genetischen Erbe die Schuld in Schuhe schieben will.

Man lasse mich ausholen:

Meine Eltern waren heute mit einem befreundeten Paar und einer weiteren Bekannten essen. Es war wohl wie immer ein sehr unterhaltsamer Abend, und so kehrte man anschließend noch in unserer gemütlichen Stube ein. Da ich die Gruppendynamik dann auch immer sehr interessant finde (und unsere Gäste außerdem "eian Buam" auch mal wieder sehen wollten) hab ich mich noch ein wenig dazugesetzt und dabei allerhand Interessantes erfahren, von dem ich an dieser Stelle leider nicht alles wiedergeben kann. Aber immerhin habe ich erfahren, daß ich in punkto schlechte, sehr schlechte Witze/Wortspiele offensichtlich genetisch vorbelastet bin. 60er Jahre, schwarz-weiß TV, Übertragung eines Spiels einer deutschen Mannschaft gegen Benfica Lissabon (ein Name der damals in unserer Gegend fast keinem auch nur irgendwas gesagt hat) . "Gegen wen spielen die denn?" - "Gegen den Benefiziat von Lissabon." Eine Szene wird wiederholt, damals angezeigt durch ein riesiges "R" in einer Ecke des Fernsehers. "Aha, schau her, jetzt zeigen sie die Szene in der Rezeption." Objektiv höchstens mäßig lustig, oder? Trotzdem konnten mein Opa väterlicherseits und sein Bruder angeblich dennoch nicht umhin diese Sprüche auf ihre Mitmenschen loszulassen, und mußten, wenn ich den Erzählungen der Runde glauben darf, grundsätzlich jegliche Äußerung mit irgendeinem Kalauer, Doppel- oder Hintersinn belegen. Ich bin ja so stolz auf die beiden. Und hoffe natürlich die Familientradition würdig (ist das denn überhaupt möglich?) fortsetzen zu können.

Weitere Erkenntnisse des heutigen Abends: Wenn einer der Herren der Runde grade in der nötigen Stimmung ist, gibt er seine Lieblings-Eissorte als "Knoblauch-Nuss" an. Anscheinend ein Insider, der sich mir als einzigem in der Runde nicht erschließen wollte. Und mein Herr Vater war kurz davor die angedrohten Tanzeinlagen unseres Gastes musikalisch zu untermalen, und zwar auf Kamm und Pergamentpapier. Das Lied vom Soldat am Wolgastrand, hält Wache für sein Vaterland, wurde auch noch kurz angestimmt. Herrlich.

Und wenn ich dran denke, daß diese Runde demnächst zwei Wochen zusammen in einem Ferienhaus in der Toskana verbringt, dann will ich glaub ich gar nicht wissen was mir alles entgeht. Aber Hauptsache die Jugend hat ihren Spaß.

1 Comments:

At Mai 18, 2007, Anonymous Anonym said...

...ich hab doch gewußt, dass mir die Geschichte bekannt vorkam ;) ...

Schönes Wochenende!

 

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